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Bericht Strategiewerkstatt – Vier Entwicklungsziele für LEADER Regina-Neumarkt

Strategiewerkstatt nimmt die regionale Wertschöpfung und den sozialen Zusammenhalt in den Blick

Voraussichtlich vier Entwicklungsziele wird die neue Lokale Entwicklungsstrategie umfassen, mit der sich die LEADER-Region Regina-Neumarkt für die neue Förderperiode 2023 – 2027 bewerben will. Neben dem Klima- und Ressourcenschutz sowie der Daseinsvorsorge, dem demografischen Wandel und dem Erhalt der guten Lebensqualität, die bereits bei den drei Online-Konferenzen erarbeitet worden sind, zählen ebenso die regionale Wertschöpfung, der soziale Zusammenhalt und die Vernetzung dazu, die nun bei der Strategiewerkstatt am 27. April in Hohenfels im Fokus standen. „Das gute Grundgerüst für eine nachhaltige und resiliente Entwicklung unserer Region ist schon erkennbar“, freute sich 1. Vorsitzende der LEADER-Aktionsgruppe, Landrat Willibald Gailler. Auch ein Vertreter des Amtes für ländliche Entwicklung Oberpfalz war dabei, um LEADER und die Integrierte Ländliche Entwicklung eng miteinander zu verzahnen.

Um den sozialen Zusammenhalt in der Region fördern zu können, sind soziale Treffpunkte gerade jetzt wichtig, weil hier ein direkter persönlicher Austausch der Menschen möglich ist, wurde zu Beginn festgehalten: „Denn durch Corona ist das Zwischenmenschliche ein Stück weit verloren gegangen“. In Hohenfels sind etwa ein Dorfstadel auf einem Dorfplatz und ein Haus der Vereine geplant. Ähnliche Räume und Vorhaben gibt es auch in den anderen Gemeinden. Im Idealfall sollten dies Begegnungs- und Kommunikationsorte sein, wurde das Entwicklungsziel weiter ausgeführt: Hier kommen Alt und Jung zusammen, um sich auszutauschen und auch an gemeinsamen Vorhaben arbeiten, wie etwa im Bürgerhaus Neumarkt, wo junge Leute den älteren Menschen zeigen, wie das Internet funktioniert. Was früher eben die Gastwirtschaft war, die aber heutzutage nicht mehr überall vorhanden ist. Oder der Bäcker oder der Metzger, die vor allem in kleinen Orten fehlen. Alternativ gibt es jetzt immer öfter Direktvermarkter, wo man sich beispielsweise bei der „Eistruhe auf dem Bauernhof“ treffen kann, wurde mit einem Augenzwinkern ergänzt. 

Für die regionale Wertschöpfung wurde formuliert, die vorhandenen Möglichkeiten in der Region noch besser auszuschöpfen und die Produkte „so nah und regional wie möglich“ zu beziehen, was auch dem Klima- und Ressourcenschutz zugute kommt. Positiv wurde die Wertschöpfungskette der Getränke-Rohstoffe der Neumarkter Lammsbräu genannt und Bedeutung als Absatzmarkt für Lebensmittel hat auch die Metropolregion Nürnberg. Von Vorteil ist auch, dass das Bewusstsein der Verbraucher für Regionalität in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist und Bauernmärkte oder eine Marktschwärmerei, also eine Kombination aus Online-Shop und Bauernmarkt Zulauf bekommen haben. Im Trend liegt auch die bereits erwähnte Direktvermarktung, wo Verkaufsautomaten oder Verkaufscontainer ohne Personal genutzt werden. Da die einzelnen Standorte der Erzeuger jedoch weit voneinander entfernt liegen und somit lange Einkaufstouren verursachen, könnte ein Lieferdienst Sinn machen, der gerade von der Regina GmbH vorbereitet wird.

Zur regionalen Wertschöpfung zählen auch die erneuerbaren Energien, die in der Region schon fleißig genutzt werden. LEADER kann hier für das nötige Bewusstsein in der Bevölkerung sorgen (CO2-Fußabdruck) und mehr Akzeptanz für die Energiewende erreichen, wurde vorgeschlagen. Noch Potenzial wird bei PV-Anlagen gesehen und darin, transparent und regional über die Möglichkeiten zur CO2-Reduktion zu informieren.

Ein neuer Impuls für die touristische Wertschöpfung könnte in der individuellen Resilienz liegen, worunter Fähigkeiten wie Achtsamkeit und Innehalten verstanden werden und die als wichtig angesehen werden, um in einer Welt bestehen zu können, die von Leistungsdruck, erhöhtem Tempo und Wettbewerb geprägt ist. Aus touristischer Sicht würde es sich anbieten, Bausteine zur individuellen Resilienz mit naturnahen Angeboten zu verknüpfen, die es hier bereits gibt und so die Attraktivität der Region insgesamt zu erhöhen. Weitere Aspekte der regionalen Resilienz sind die Beteiligung der Bevölkerung am Entwicklungsprozess (LEADER-Prinzip) und das Gemeinwohl, das immer mehr Kommunen in den Mittelpunkt rücken und Postbauer-Heng ein Pionier ist.

Ein zukünftiger Schwerpunkt für die LEADER-Region soll auch in der Stärkung der jungen Menschen liegen, war ein weiterer Diskussionspunkt. Gut aufgestellt ist die Region bei den Jugendbetreuern, die es in fast allen Gemeinden gibt und man möchte hier erreichen, dass die Jugendtreffs als „Wohlfühlraum“ auf Dauer eingerichtet und erhalten werden können. Dazu braucht es jedoch hauptamtliche Strukturen, wurde gefordert, die wiederum nicht nur den Jugendlichen zugutekommen, sondern auch für die Unterstützung des Ehrenamtes genutzt werden können.