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Bericht Projektwerkstatt – Konkrete Projekte zur Untersetzung der neuen Lokalen Entwicklungsstrategie

Bei der Projektwerkstatt für die neue Lokale Entwicklungsstrategie, mit der sich die LEADER-Region REGINA-Neumarkt für die neue Förderperiode 2023 – 2027 bewerben will, wurde es am 1. Juni im Saal des Landratsamtes ganz konkret. Eine große Anzahl an Projekten wurden konkretisiert, mit denen die vier zukünftigen Entwicklungsziele untersetzt werden können, die bereits in drei vorangegangenen Online-Konferenzen und einer Strategiewerkstatt erarbeitet worden sind. Sobald die Anerkennung für die neue Förderperiode erfolgt ist, können die Vorschläge dann eventuell mithilfe des LEADER-Programms oder anderer Förderprogramme umgesetzt werden. „Das Grundgerüst mit vielen Projektideen steht schon, um aktuelle und zukünftige Herausforderungen in unserer Region meistern zu können“, fasste Michael Gottschalk, stellvertretende LAG-Vorsitzende und Abteilungsleiter im Landratsamt, zusammen.

Ausführlicher in der Diskussion war das Entwicklungsziel „Daseinsvorsorge sichern, den demografischen Wandel gestalten und die gute Lebensqualität erhalten“. Hierzu wurde die Notwendigkeit der Innenentwicklung hervorgehoben und über Ansätze zur Minderung des Flächenverbrauchs, zur Nachverdichtung und zum Flächenmanagement berichtet sowie alternative Wohnkonzepte vorgeschlagen. Zentraler Punkt dabei ist die Sensibilisierung der Bauherren und Eigentümer, die durch eine Veranstaltungsreihe mit Best-Practice-Beispielen oder einem Kümmerer vor Ort erreicht werden kann, zu dem die Leute vertrauen haben. Prinzipiell wurde jedoch einschätzt, dass es mühsam ist, Veränderungen durchzusetzen und die Bürgerinnen und Bürger zu überzeugen, ungenutzte Grundstücke zu bebauen oder gute Alternativen zum Einfamilienhaus umzusetzen. In Bezug auf die Schottergärten wurden auch über Vorgaben in Bebauungsplänen und über Auflagen bei Neubauten diskutiert. Außerdem hat das private Grün eine große Bedeutung für den Klimaschutz und macht in der Stadt Neumarkt sogar den größten Flächenanteil aus. Um die Verantwortung für die gemeinsame Lebensumgebung zu fördern und Zukunft im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu gestalten, wurde vorgeschlagen, einen Preis für den schönsten Naturgarten zu vergeben oder Förderungen für naturnahe Gestaltung von Privatgärten aufzulegen.

In Zusammenhang mit den genannten Wohnkonzepten stehen alternative Nahversorgungskonzepte und sowie Konzepte, die Wohnen, Leben und Arbeiten integrieren. Im Trend liegt auch der Wunsch, eigenes Obst und Gemüse anzubauen. Daher wurden Selbstversorgergärten angeregt, die verschiedenste Menschen zusammenbringen können. Auch temporäre Lösungen auf ungenutzten Grundstücken oder eine Nutzung von Hochbeeten auf Brachflächen sind möglich.

Für das Klimaschutz-Ziel muss der Anteil der erneuerbaren Energie weiter gesteigert werden und nach quartiersbezogenen Lösungen gesucht werden, um den hier erzeugten Strom zu speichern und den Eigenverbrauch auszubauen. Angesprochen wurde auch die Möglichkeit, Agro-PV-Anlagen einzusetzen.

Für die Stärkung und Vernetzung der Regionalkultur wurde ein Netzwerktreffen der Kulturschaffenden vorgeschlagen, um nach Corona einen neuen Impuls zu setzen. Für die Regionalkultur sind auch sogenannte dritte Orte von Bedeutung.

Als neues Ziel wurde aufgenommen, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen und damit den Alltag der Menschen in der Region zu erleichtern. Konkret wurde die Gründung eines Fab-Labs aufgenommen, also eine offene Werkstatt, die auf computergesteuerte Fertigung ausgerichtet ist und bei der jeder seine Ideen mit Hilfe von High-Tech-Maschinen umsetzen kann. Dafür würde es sich anbieten, die bisherigen MINT-Aktivitäten aufgreifen und das Digitale Innovationslabor Neumarkt, den Technologie Campus Parsberg/Lupburg und evtl. das Bildungszentrum der Handwerkskammer einzubeziehen. Die Digitalisierung ist auch ein Zukunftsthema in der Landwirtschaft. Aktuell werden hier GPS-Referenzstationen benötigt, um die Felder punktgenau zu bewirtschaften und somit Ressourcen zu sparen.

Ein weiterer Vorschlag sind „grüne Klassenzimmer“, die die Stresskompetenz von Kindern aufbauen und die auf bestimmten Plätzen im Wald und in der Natur entstehen können. Ursprünglich werden mit dem Begriff Lernorte in der Natur und Umweltbildungsangebote wie z.B. die Umweltbildung für alle Sinne Haus am Habsberg verstanden und solch ein grünes Klassenzimmer gibt es schon in Lauterhofen. 

Zum Ziel „Stärkung der Jugend“ wurde erneut eine strukturelle Förderung der Jugendpfleger vorgeschlagen, damit die Jugendpfleger, die es in fast allen Gemeinden gibt, dauerhaft erhalten werden können. In diesem Zusammenhang wurde davon berichtet, dass die Jugendpfleger die jungen Menschen vor Ort aktivieren und beteiligen und damit auch einen Beitrag zur Ortsentwicklung leisten. Daher könnte evtl. auch eine Förderung über die integrierte ländliche Entwicklung infrage kommen. Vorgeschlagen wurde auch ein Jugendparlament, das es bereits in anderen Landkreisen gibt.

Ein weiterer Projektvorschlag ist eine Gemeindeschwester plus, die es in Rheinland-Pfalz gibt und die sehr alte Menschen in ihrer aktuellen Lebenssituation unterstützt, die noch keine Pflege brauchen.