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Bericht 1. Online-Konferenz – Bildung für Klimaschutz

1. Online-Konferenz diskutiert Herausforderungen beim Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel für die LEADER-Region REGINA-Neumarkt 

Auch im Landkreis Neumarkt ist der Klimawandel bereits deutlich spürbar: Der (phänomenologische) Frühling kommt immer früher und im Frühjahr regnet es weniger, wohingegen die Extremwettereignisse im Sommer zunehmen. Von den Teilnehmern der ersten Online-Konferenz am 23. Februar zur Auseinandersetzung mit einer resilienten Entwicklung der LEADER-Region REGINA-Neumarkt, die für die Erarbeitung der neuen Entwicklungsstrategie notwendig ist, wurden Gefährdungen und Ansatzpunkte für die Land- und Forstwirtschaft, die mittelständischen Firmen und die Kommunen beleuchtet und der Vorsitzende der LEADER-Aktionsgruppe, Landrat Willibald Gailler lobte die engagierte Diskussion. Als entscheidender Schlüssel wurde „Bildung für Klimaschutz“ identifiziert, um in der neuen LEADER-Förderperiode 2023 – 2027 eine Antwort auf die Frage geben zu können: „Was können wir tun?“.

Aufgrund des hohen Anteils an Wald und landwirtschaftlich genutzten Flächen in der LEADER-Region spielt die Bearbeitung der Böden eine wichtige Rolle, um einen schnellen Oberflächenabfluss insbesondere bei verdichteten Böden zu verhindern und die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens insgesamt zu erhöhen, wurde als erster Aspekt aufgegriffen. „Das kann sich positiv auf das Grundwasser auswirken und auch dazu beitragen, die Belastung mit Nitrat und anderer Chemie zu reduzieren“, wurde erläutert. Ein weiteres Stichwort lautete „Schwammstadt“, ein Konzept, das ursprünglich für Städte entwickelt wurde, aber auch auf die Landschaft übertragen werden kann, um anfallendes Regenwasser lokal aufzunehmen und zu speichern, anstatt es lediglich zu kanalisieren und abzuleiten. Dadurch sollen Überflutungen bei Starkregenereignissen vermieden werden. Auch Anpflanzungen von Hecken oder offene Gräben können sinnvoll sein, wurde ergänzt. Hinzu kommt, dass Böden enorme Kohlenstoffspeicher sind und es gibt bereits Initiativen von Landwirten zum Humusaufbau, der als C02-Ausgleich hergenommen und über eine Humusprämie sogar finanziell belohnt werden kann. Mit LEADER ist in Oberbayern vor Kurzem die Machbarkeitsstudie CO2-regio gefördert worden, die ein praxistaugliches Modell von Klimaschutzmaßnahmen wie Moorschutz, Humusaufbau und Aufforstung entwickelt. Weitere gute Beispiele sind die Interessengemeinschaft gesunder Boden, ein Klimawald, also ein klimaresistenter Mischwald, den die Stadt Karlstadt am Main anpflanzt oder der Blühpakt Bayern, der den Insekten ihre Lebensräume zurückgeben will.

In Bezug auf die hiesigen Firmen gab es von der Diskussionsrunde die Einschätzung, dass auch die Mittelständler beim Klimaschutz etwas tun wollen. „Die Klimakatastrophe ist eine Gefahr für die gesamte Weltwirtschaft“, wurde dazu ausgeführt und auf die steigenden Energiepreise aufmerksam gemacht. Als vorbildlich wurden die Neumarkter Lammsbräu und das Bauunternehmen Max Bögl erwähnt, das eine schwimmende PV-Anlage in einem Baggersee konzipiert hat.

Für die Kommunen geht es beispielsweise um begrünte Dächer, ökologische Bauweisen und eine Kleinklimaverbesserung im Innenbereich. „Entscheidend ist dabei, die Bürgerinnen und Bürger für den Klimaschutz zu motivieren und miteinander zu reden“, konnte ein Bürgermeister aus seiner Erfahrung berichten. Aktuell wird in der Stadt Neumarkt ein Klimaanpassungskonzept erarbeitet, um dann konkrete Maßnahmen für einzelne „Klimatope“ umsetzen zu können. So werden Gebiete mit ähnlichen mikroklimatischen Ausprägungen genannt, in einer Stadt also zum Beispiel der Stadtkern, der Stadtrand, der Gewerbebereich oder Bahnanlagen. Die erste Klimawerkstatt mit den Bürgerinnen und Bürgern soll am 7. April stattfinden. Eine wichtige Grundlage für die Klimaschutzaktivitäten im Landkreis bildet das Klimaschutzkonzept und aktuell ist über das Klimaschutzmanagement der REGINA GmbH eine zentrale Webseite in Vorbereitung, die über den Ausbau der erneuerbaren Energien informieren will, wurde weiter vorgestellt. Außerdem soll noch eine Klimaschutz-Woche für den gesamten Landkreis stattfinden.

Das Thema Bildung wurde gegen Ende der 1. Online-Konferenz von einem Vertreter des Ostendorfer Gymnasiums angestoßen, der kurzfristig zur Online-Konferenz dazugekommen war und darüber berichten konnte, dass seine UNESCO-Projekt-Schule klimaneutral werden möchte und auf dem Schulgelände eine Klimamessstation einrichten will. Bildung für Klimaschutz passt gut zu LEADER, war die Einschätzung der Teilnehmer, auch weil damit die Vernetzungen und Partnerschaften zwischen den Kommunen, der Wirtschaft und engagierten Akteuren in der Region gestärkt werden können. Auch die beiden Kirchen und die Handwerksbetriebe aus der Region sollen eingebunden werden, wurde abschließend vorgeschlagen.